nach Joseph Kesselrings Klassiker - überarbeitet vom ensemble espelkamp.
Zuletzt zu sehen am
30.10.2009 31.10.2009 01.11.2009 31.12.2009
im Neuen Theater Espelkamp.
Espelkamp, im Januar 2010. Diese Geschichte ist erzählt. Eine Fortsetzung wird es wohl nicht geben, dennoch sollt Ihr wissen, wie es weiterging: Während sich Emmi, Martha und Erich der wohlwollenden Fürsorge eines Sanatoriums erfreuen, sucht Dr. Einstein sein Heil in der Zeit nach seinem Aufenthalt in der Klinik Schloss Haldem, Mortimer und Almuth bekommen nach der Heirat Kinder (Toto und Harry, entzückende Racker!), PHM Proff sorgt weiterhin auf den Straßen Espelkamps für Ruhe und Ordnung, PM Gomolinski quittierte seinen Dienst und wurde Techno-DJ in Berlin, Herr Warkentin fand Unterschlupf als Saunameister im Atoll und Kommissar Tatgenhorst ist heute beim Landeskriminalkirchenamt. Jonathan ist nach seiner U-Haft in der JVA Aachen spurlos verschwunden. Wer lange genug sucht, wird Dr. Müller-Biernoth auf dem Waldfriedhof finden. Mehr wissen wir auch nicht.
Espelkamp im Oktober 2009. Emmi und Martha Bruhster (Angela Wlecke und Ursula Beinlich), zwei liebenswürdige alte Damen, die in unmittelbarer Nähe zur Thomaskirche wohnen, genießen hohes Ansehen. Sind sie doch für ihr karitatives Engagement bekannt und geschätzt. Dies weiß Pastor Steinhövel (Manfred Steinmann) besonders zu würdigen. So hilft er jederzeit gern bei den häuslichen Verrichtungen der beiden Schwestern, allerdings nicht ohne seine (mehr oder weniger) geschätzten Bibelzitate.
Der Schwestern Neffe Mortimer (Alwin Barg) entdeckt eines Tages, dass seine Tanten ein furchtbares Geheimnis wahren - geteilt vom geistig umnachteten Bruder Mortimers: Sie vergiften alte, einsame Männer und bestatten sie in ihrem Keller - aus reiner Nächsten-liebe. Als nun Mortimer alles in seiner Macht stehende versucht, die Familie vor dem Zugriff der Polizei zu schützen, kommen ihm regelmäßig seine anspruchsvolle Verlobte Almuth (Daniela Blasig), die beruflichen Verpflichtungen als Theaterkritiker und begriffs-stutzige Polizisten (Ulrich Riebe und Jos Gesenhues) in die Quere. Der völlig überge-schnappte Bruder Erich (Ingo Hanke) und die sorglosen Tanten verursachen weitere Verwicklungen, denen der verzweifelte Neffe nicht mehr gewachsen scheint.
Pastor Steinhövel und seine Tochter Almuth:
Teestunde im Pfarrhaus am Frotheimer Weg. Noch herrscht das friedvolle Idyll vor ...
Als ein weiterer Bruder Mortimers, Jonathan Bruhster (Horst Halstenberg), der mittlerweile als Serienmörder sein Unwesen treibt, mit seinem ebenso trinkfreudigen wie erschöpf-ten Komplizen Dr. Einstein (Markus Heselmeier) eintrifft, nimmt die Geschichte ihren verhängnisvollen Verlauf. Jonathan und Chirurg Einstein beabsichtigen tatsächlich, im Bruhsterschen Anwesen eine Schönheitsklinik zu eröffnen - weil es die in Espelkamp bislang nicht gibt. Bis auf die Knochen verfeindet, eskaliert der Streit zwischen Mortimer und Jonathan. Bis zum Mordversuch!
Zwischendurch entgeht der wohnungssuchende Waldemar Warkentin (Christof Müller) nur äußerst knapp einem tödlichen Anschlag, und letztendlich können nur noch Kriminal-inspektor Tatgenhorst (Stefan Thünemann) und der verwirrte Psychiater Dr. Müller-Biernoth (ebenfalls Christof Müller) die ausweglose Lage klären. Das allerdings völlig ungewollt ...
Mortimer Bruhster:
Der Theaterkritiker ringt um Fassung - die Verwandtschaft versteht ihn ebenso wenig wie sein Chefredakteur.
Joseph Kesselring schrieb das turbulente Theaterstück „Arsenic And Old Lace“ im Jahre 1939. Drei Jahre lang lief es mit überwältigendem Erfolg am Broadway. Die Verfilmung (mit Cary Grant), die 1944 in die Kinos kam, gilt bis heute als unverwüstlicher Filmklas-siker. Weltweit immer wieder aufgeführt, entwickelte sich das Stück zu einem Dauer-brenner des schwarzen Humors. Inmitten kleinbürgerlicher Beschaulichkeit sprühen die Dialoge vor makaberem Witz.
Blankes Entsetzen in Espelkamp, zum Schieflachen … ... nur so ganz anders, als man es bisher kennt ...
Jonathan Bruhster:
Hier ein altes Fahndungsfoto aus der Zeit nach seiner zweiten Gesichtsoperation. Wie er allerdings am 30.10. erscheinen wird, ist noch nicht bekannt - Dr. Einstein ändert das Aussehen nahezu täglich, meistens nicht ganz nüchtern...
Nachdem wir „Die Comedian Harmonists“ im Berlin der 20er und 30er Jahre aufleben ließen, kehren wir mit dieser Inszenierung zu unserem Markenzeichen zurück: Der lokale Bezug in und um Espelkamp bietet zahllose Möglichkeiten für satirische Anspielungen auf örtliche Begebenheiten, Personen und Aktuelles aus der Region. Diese „Wiedererken-nungsmomente“ sorgten schon bei Ladies Night für zusätzliche Pointen, die unser Publikum begeisterten.